Eine starke Wirtschaft bedeutet Arbeitsplätze und Wohlstand. Um das zu erreichen, braucht es gute Ideen und Menschen, die Unternehmen gründen. Mit dem Businessplan-Tool my.i2b haben wir die ideale Plattform entwickelt, um genau das zu tun: die eigene Business-Idee in einen Plan gießen. Feedback von Expert:innen und AI-Power inklusive.
Eckdaten
- i2b – ideas to business Kunde
- Johannes FiseckerProjektleitung
- Paul HoferProjektsupport
- 2025Umsetzung
- Dezember 2025Launch
- 1.000Businesspläne
nach 6 Monaten - 8 PersonenProjektteam
- 1.800User nach 6 Monaten
Was ist i2b?
I2b ist eine Initiative zur Erstellung von Unternehmenskonzepten – kurz gesagt: Businessplänen. Angehende Gründer:innen von Unternehmen können ihre Business-Idee in einem Tool erstellen, bekommen darin Hilfestellung durch vorgeschlagene Strukturen und Inspirationen in Form erfolgreich umgesetzter Businesspläne anderer Unternehmer:innen. Nach der Erstellung einer ersten Version geben Expert:innen mit Unternehmenserfahrung in den verschiedensten Branchen Feedback, mit dem die User ihre Businesspläne verbessern können. Ist der Businessplan fertig, so haben die Gründer:innen eine starke Basis, für die Finanzierung ihrer Idee – etwa bei Banken wie der i2b-Unterstützerin Erste Bank.
Zusätzlich, können die Gründer:innen ihre Idee beim großen i2b-Wettbewerb einreichen. Abgesehen von der breiten Aufmerksamkeit für die jungen Marken und dem wertvollen Feedback der Expert:innen. warten dabei attraktive Preise mit einem Preisgeld von bis 10.000 Euro auf die Unternehmer:innen.
Den Relaunch der i2b-Website beschreiben wir in einem eigenen Case. Hier lesen. Im Zentrum dieses Cases steht my.i2b – das Businessplan-Tool, in dem all das möglich gemacht wird.
Anforderung und Ziel
i2b ist über viele Jahre gewachsen und mit der Organisation auch ihre Tool-Landschaft. Nach dem letzten Relaunch in den 2010er-Jahren war das as alte my.i2b als reine WordPress-Lösung aufgesetzt. Für die Zeit war es gut gemacht, den heutigen Ansprüchen von i2b und einer professionellen Arbeitsweise aber nicht mehr gewachsen. Die Anforderung war also weg von der gewachsenen Website-Lösung, hin zu einer eigenständigen, sicheren Webapplikation.
Unser Ziel war nicht, das Bestehende eins zu eins zu übersetzen, sondern die Kernprozesse neu und schlank zu denken. Ein Tool, das Gründer:innen intuitiv durch ihren Businessplan führt, das Expert:innen effizientes Feedback ermöglicht und das dem i2b-Team die tägliche Arbeit erleichtert. Für die Mitarbeiter:innen, User und Expert:innen bei gleichbleibendem oder geringerem Aufwand. Und das alles, ohne die vielen Möglichkeiten des alten Systems zu verlieren. Genau dieser Spagat zwischen Einfachheit und Funktionsvielfalt wurde zur eigentlichen Aufgabe.
Ausgangssituation, Herausforderung und Ablauf
Ein über Jahre gewachsenes Tool mit vielen Funktionen lässt sich nicht einfach mitnehmen und in eine neue UI packen. Genau das war die zentrale Herausforderung. Statt jede historische Funktion zu reproduzieren, fokussierten wir uns auf eine richtig gute User Experience in den Kernfunktionen. Was wirklich gebraucht wird, sollte einfach und selbstverständlich funktionieren und natürlich schön aussehen.
Aus Budgetgründen entschied sich i2b bewusst, einzelne Features wie den Ausbau des E-Learnings ins Jahr 2026 zu verschieben und den Relaunch auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Projekt profitierte dadurch mit mehr Tempo und gleichzeitig ausreichend Ressourcen für die Mitarbeiter:innen bei i2b, die den gesamten Relaunch neben ihrem Alltagsgeschäft und der starken Wettbewerbs- und Bewertungsphase im Herbst stemmten.
Unser Projektablauf war von Jänner bis Dezember 2025 in mehrere Blöcke aufgeteilt, um diese Workload für beide Seiten effizient zu verteilen. Nach dem Kick-Off-Workshop im Jänner 2025 schärften wir in UX-, Tool- und Layout-Workshops bis ins Q2 gemeinsam die Flows, bevor ab dem Sommer die Entwicklung gestartet wurde. Große Stolpersteine gab es dabei kaum. Die Komplexität lag dafür – wie so oft bei gewachsenen Systemen – in der Neukonzeption von Flows und UX.
Konkretisierung und Features
Im Zentrum von my.i2b steht also die Erstellung eines Businessplans – undzwar aus sämtlichen Perspektiven. Reguläre User erstellen ihren Plan, reichen ihn zu einem Wettbewerbsjahrgang ein und überarbeiten ihn auf Basis des Feedbacks. Expert:innen aus den verschiedensten Branchen bewerten die Pläne in einem mehrstufigen Verfahren, geben mit Feedback auf Kapitel- und Sub-Kapitel-Ebene, kommentieren direkt im Text und verteilen abschließend eine Benotung im Schulnotensystem. Die Mitarbeiter:innen von i2b steuern als Admins die Zuweisungen, Revisionen und die finale Freigabe der Pläne, servicieren User, Expert:innen und Partner. Letztere pflegen ihre Profile im Netzwerk. Insgesamt bildet das Tool sechs rollenbasierte Berechtigungsstufen ab.
Die wichtigsten Features unserer my.i2b-Umsetzung im Überblick:
- Businessplan-Editor mit einheitlicher Kapitelstruktur, inhaltlichen Hilfestellungen und Autosave
- Mehrstufiger Feedback- und Bewertungsprozess für Expert:innen (Kapitel-Feedbacks und Benotung)
- Einreichung für den i2b-Wettbewerb direkt aus dem eigenen Account
- Login wahlweise über den bestehenden WKO-Zugang (WKIS für Unternehmer:innen) oder eine eigene i2b-Registrierung
- Automatisierte E-Mails entlang des gesamten Prozesses
- PDF-Export der fertigen Businesspläne
- KPI-Dashboard mit Auswertungen zu Bewertungen, Durchschnittsnoten und Expertenauslastung
User Experience und Design
Abgesehen von der Entwicklung lag ein Großteil der Arbeit an diesem Projekt in der User Experience. Rund 30 % der gesamten Aufwände flossen in UX und Prozessdesign. Ein gewachsenes Tool mit vielen Funktionen intuitiv zu machen, ohne seine Möglichkeiten zu beschneiden, war für alle Beteiligten ein Kraftakt.
Wir starteten mit der kritischen Sichtung der bestehenden Abläufe und dachten sie aus allen Perspektiven neu – aus Sicht der Gründer:innen, der Expert:innen und der i2b-Mitarbeiter:innen. In insgesamt fünf UX-Befragungen prüften wir, wo potenzielle Nutzer:innen aller Rollen hängenbleiben, welche Schritte überflüssig sind und welche Funktionen tatsächlich gebraucht werden. Aus den Ergebnissen entstanden neue, klare Flows, die wir in Wireframes und mehreren Layout-Schleifen Schritt für Schritt geschärft haben.
Natürlich war es auch für die Mitarbeiter:innen von i2b wichtig, nicht auf gelernte Kernfeatures zu verzichten und manche Abläufe doch komplett neu zu denken. Hier waren es gerade die persönlichen Workshops, in denen Klarheit geschaffen und so mancher Knoten im UX-Hirn gelöst werden konnte.
Das Ergebnis sind von Grund auf neu gedachte Prozesse, die sich durch viel Automatisierung, einem hohen Individualisierungsgrad im Bereich von Fristen und Zuteilungen und nicht zuletzt der KI-Integration einfach richtig anfühlen. Schon nach wenigen Wochen fühlte sich das Tool so an, als wäre es nie „nicht da gewesen“. Und auch die Zahl der neu erstellten Businesspläne innerhalb der ersten Monate bestätigt, dass sich der hohe UX-Aufwand deutlich ausgezahlt hat.
Technologie und Entwicklung
Das Backend von der i2b Plattform ist als ASP .NET Core 9.0 Web API realisiert, die als zentraler Dienst zwischen Frontend, Datenbank und externen Systemen agiert. Die Architektur folgt einem klassischen Schichtenmodell mit Controllern, Services, EF-Core-Entities und AutoMapper-Profilen. Die Datenspeicherung erfolgt über PostgreSQL 16, wobei Enums konsequent als Strings abgelegt werden.
Die Kernprozesse umfassen den vollständigen Lebenszyklus eines Businessplans: Erstellung durch Benutzer, Einreichung zu einem Wettbewerbsjahrgang, Zuweisung an Experten zur Bewertung, mehrstufiges Feedback-Verfahren (Kapitel-Feedbacks, Sub-Kapitel, Benotung) sowie finale Freigabe durch Administratoren. Hinzu kommen Partner- und Betreuer-Rollen sowie ein KPIs-Dashboard, das Auswertungen über abgeschlossene Bewertungen, Durchschnittsnoten und Expertenauslastung bereitstellt. Die Berechtigungssteuerung erfolgt über sechs rollenbasierte Authorization Policies (SuperAdmin, Admin, User, Experte, Partner).
Die Anwendung nutzt WS-Federation (via WKIS) für die SSO-Authentifizierung und bietet Schnittstellen zu externen Diensten: MailJet für E-Mail-Versand (über Hangfire-Background-Jobs mit hinterlegten Templates), Azure OpenAI für KI-gestützte Feedback-Funktionen, MinIO/S3 für Dateispeicherung (Uploads, PDF-Generierung). Die PDF-Erstellung erfolgt serverseitig mit QuestPDF auf Basis von JSON-Templates für die Businessplan-Kapitel.
Background-Jobs (sechs wiederkehrende Tasks wie Feedback-Erinnerungen, Contest-Jahresübergänge) werden über Hangfire mit PostgreSQL-Persistenz gesteuert. Die Entwicklungsumgebung wird vollständig über Docker Compose bereitgestellt (PostgreSQL, MinIO, Mock-Server für Tests). Das Projekt umfasst einen mehrstufigen Seeder für Entwicklungsdaten und Integrationstests mit einer echten PostgreSQL-Datenbank.
Das Frontend ist eine moderne Business-Plan-Management-Anwendung, entwickelt mit Vue 3 (Options API mit defineComponent) und TypeScript im Strict-Mode. Als Build-Tool kommt Vite 6 zum Einsatz, das Package-Management erfolgt über bun. Die Anwendung verwendet Element Plus als UI-Komponentenbibliothek (via unplugin-vue-components auto-importiert) und setzt auf Pinia 3 für den State-Management sowie Vue Router 4 für die clientseitige Navigation. Der API-Client wird automatisch mit @hey-api/openapi-ts und Axios aus einem OpenAPI/Swagger-Schema generiert.
Die KI-Funktion
Worauf wir beim neuen my.i2b besonders stolz sind, ist die KI-Funktion. Diese macht genau das, was Gründer:innen beim Schreiben am meisten hilft. Wie schon beim Projekt für den Österreichischen Werberat war uns Datenschutz ein zentrales Anliegen. Um die Unternehmensideen vertraulich zu belassen, läuft die KI DSGVO-konform über Microsoft Azure mit Standorten innerhalb der EU. Persönliche Daten verlassen den europäischen Raum also nicht. Eingesetzt wird die KI immer optional: User entscheiden in einem Opt-In selbst, ob sie die Unterstützung nutzen wollen.
Die KI-Funktion ist in zwei Bereiche aufgeteilt.
Sprachliche Anpassung: Wie ein kleines, digitales Lektorat passt die KI markierte Textstellen auf Knopfdruck an. Sie kürzt, formuliert Stichworte aus, formuliert um oder vereinfacht. Dazu lässt sich die Tonalität gezielt steuern: je nachdem, ob die User professioneller, begeisterter, selbstsicherer oder sachlicher klingen wollen.
Inhaltliche Analyse mit dem „Kapitel-Check“: Darüber hinaus prüft die KI die Inhalte kapitelweise. Für jedes Kapitel sind im Hintergrund umfassende Prompts und Anforderungen in einem RAG hinterlegt, in denen beschrieben wird, worauf es inhaltlich ankommt. Dieselbe Empfehlung ist für die User auch in der Hilfe zum jeweiligen Kapitel zu sehen. Mit der KI können sie per Klick schon vor der Experten-Bewertung passende Hinweise und konkrete Verbesserungsvorschläge bekommen. Das Ganze ist direkt in der Seitenleiste des Businessplan-Editors platziert und inhaltlich eigens auf die österreichischen Gegebenheiten zugeschnitten. Denn leider geben reguläre KIs viel zu gerne Tipps, die nur auf den US-amerikanischen Markt zugeschnitten sind.
In my.i2b ist die KI also ein richtiger Sparring-Partner beim Schreiben, mit dem die User ihre guten Ideen verbessern können und auch sprachlich Tipps bekommen. Natürlich nur, wenn sie das auch wollen.
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Launch und Weiterentwicklung
Der Launch erfolgte am 01.12.2025 – pünktlich und genau wie geplant, rechtzeitig vor der großen Prämierungsfeier von i2b. In den ersten sechs Monaten registrierten sich rund 1.800 User, und es entstanden rund 1.000 Businesspläne. Gerade im Vergleich zu den Zahlen davor war das ein eindeutiger Erfolg für i2b.
Mit dem Launch startete auch direkt die Weiterentwicklungsphase. i2b und k25 arbeiten in einer laufenden, exklusiven Partnerschaft zusammen – der Support liegt bei Paul Hofer. Für 2026 sind bereits weitere Ausbaustufen geplant, etwa die Erweiterung des E-Learning-Bereichs mit bereichsspezifischen Lern-Sequenzen sowie laufende Optimierungen aus einem gemeinsamen Ideenspeicher. my.i2b ist damit kein abgeschlossenes Projekt, sondern eine Plattform, die mit i2b mitwächst.


